Trochleaplastik

Die Trochleaplastik wird zur Stabilisierung der Kniescheibe durchgeführt, wenn ein wiederkehrendes Ausrenken der Kniescheibe (Patellaluxation) aufgrund einer fehlgebildeten Kniescheibe (Trochleadysplasie) vorliegt. Die Trochleaplastik verbessert die knöcherne Führung zwischen Kniescheibe und Oberschenkel. Dazu wird während des Eingriffs eine normal geformte Trochleagrube modelliert, die es der Kniescheibe ermöglicht, entlang dieser Grube hinuntergleiten. So wird das Risiko einer erneuten Luxation erheblich reduziert.

Die Operation erfordert große chirurgische Erfahrung, damit die Grube passend zur Kniescheibe modelliert wird. Es handelt sich daher um keinen Routine-Eingriff. In der Regel wird die Operation offen und nicht arthroskopisch durchgeführt.

 

Wie verläuft der Eingriff der Trochleaplastik?

Die Operation dauert, je nach erforderlichen Begleiteingriffen am Kniegelenk, ein bis zwei Stunden und erfordert einen stationären Aufenthalt des Patienten von ein bis zwei Tagen. Häufig führt der Operateur zu Beginn eine Arthroskopie des Kniegelenks durch, um den Knorpel und die Menisken sowie das Gleitverhalten der Kniescheibe beurteilen zu können. Danach eröffnet er das Kniegelenk von der Innen- oder Außenseite, wobei die Gelenkfläche des Oberschenkels (Trochlea) zur Kniescheibe (Patella) dargestellt wird. Der Knorpel der Trochlea wird mit einer feinen Knochenschicht vom Rest des Oberschenkelknochens abgelöst (Knochen-Knorpel-Lamelle). Mittig am Oberschenkel wird etwas Knochen entfernt, damit die Knochen-Knorpel-Lamelle in diese Mulde hineinplatziert werden kann. Somit entsteht die Trochleagrube.

 

Die Lamelle fixiert der Operateur nun mittels Fäden, seltener auch mit resorbierbaren Stiften, in ihrer neuen Form. Danach verschließt er schichtweise das Gelenk. Optional kann er eine Drainage einlegen. Gegebenenfalls werden noch weitere Stabilisationsmaßnahmen durchgeführt, zum Beispiel eine MPFL-Rekonstruktion oder eine Verlängerung des lateralen Retinakulums, des seitlichen Kniescheibenhaltebands.

Nach der Operation

Die ersten Tage nach der Operation stehen im Zeichen der Schmerzbehandlung, des Erlangens der Knie-Beweglichkeit und der Kontrolle des Quadrizeps-Muskels. Abschwellende Maßnahmen wie Kühlen und Hochlagern der Beine sind essenziell.

 

Gehstützen werden hauptsächlich verwendet, um das Kniegelenk zu entlasten und um Schwellungen zu vermeiden, aber auch wegen der Schmerzen und der anfangs schwachen Muskulatur. In der Regel sind die ersten „freien“ Schritte nach vier Wochen möglich.

 

Die Ziele der Physiotherapie nach der Operation sind, dass der Patient sein Kniegelenk wieder vollständig biegen kann, Kraft in Oberschenkel und Hüftgürtelmuskulatur aufbaut und das Gleitverhalten der Kniescheibe optimiert.

Typische Risiken und deren Häufigkeit

Das Risiko einer erneuten Kniescheibenluxation ist äußerst gering (ein bis zwei Prozent). Es kann jedoch zu einer Einschränkung der Beugefähigkeit sowie zu einem Reibegeräusch hinter der Kniescheibe kommen. Schmerzen um die Kniescheibe liegen häufig noch vier bis sechs Monate nach der Operation vor und benötigen eine kontrolliert durchgeführte und aktive Nachbehandlung. Postoperative Infektionen, Thrombosen oder Blutergüsse sind selten (insgesamt ein bis zwei Prozent), was auf das oftmals jugendliche Alter der Patienten und auf einen guten Gesundheitszustand zurückzuführen ist.

Generelle Prognose nach der Operation

Die Patientenzufriedenheit liegt fünf bis zehn Jahre nach einer Trochleaplastik bei 85 bis 95 Prozent. Nach der Operation wird die ursprüngliche Sportfähigkeit bei mehr als 85 bis 90 Prozent der Patienten wieder erreicht. Ob durch den Eingriff ein Knorpelschaden bzw. eine Arthrose-Entwicklung verhindert wird, konnte noch nicht belegt werden.

Wie gelingt die Rückkehr in den Alltag, das Berufsleben und den Sport?

Nach drei Monaten ist in der Regel die Funktion im Alltag wiederhergestellt – nur knien kann der Patient zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bis zur vollständigen Sportfähigkeit kann es je nach Zustand vor der Operation und Kraftaufbau nach der Operation sechs bis zwölf Monate dauern.