Mikrofrakturierung

Das Kniegelenk ist von allen Gelenken am häufigsten von Knorpelschäden betroffen, meist als Folge von Verletzungen oder Verschleiß. Die sogenannte Gonarthrose als degenerative und chronische Erkrankung des Kniegelenks führt zu fortschreitendem Knorpelverlust, dessen Folge Schmerzen und Schwellungszustände im Kniegelenk sind. Das arthroskopische Verfahren der Mikrofrakturierung zielt darauf ab, im betroffenen Gelenk die Bildung von Knorpelersatzgewebe anzuregen.

 

Wie verläuft der Eingriff der Mikrofrakturierung?

Das Verfahren wird in minimal-invasiver, arthroskopischer Technik durchgeführt, die Operation kann in Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie erfolgen. Der Eingriff selbst dauert ca. 60 Minuten. Zuerst wird dabei der Defektbereich durch ein Debridement, also eine Säuberung, vorbereitet. Dann wird der unterhalb des Knorpels liegende Knochen (subchondraler Knochen) mit speziellen Ahlen oder Bohrern eröffnet. So wird der Knorpel dazu angeregt, sich zu regenerieren.

Nach der Operation

Das Ersatzgewebe baut sich über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren auf bzw. um. Für den Erfolg der Operation ist daher die Nachbehandlung von entscheidender Bedeutung. Zunächst muss sich im Defektbereich ein stabiler Blut-Clot bilden. Deshalb ist es sinnvoll, den Eingriff stationär durchzuführen und den Patienten für 48 Stunden in Bettruhe zu halten. Anschließend wird eine erste Bewegungstherapie mittels einer Motorbewegungsschiene durchgeführt. Sie kann im Weiteren ambulant erfolgen.

 

Der Patient kann den Fuß ab der dritten Woche abrollen (Teilbelastung an Gehstützen). Durch dieses Vorgehen wird eine Reifung des Blut-Clots zu Knorpelgewebe erreicht. Ab der siebten Woche kann eine langsame Aufbelastung des Beines bis hin zur Vollbelastung erfolgen. Intensiver Rotationssport sollte frühestens sechs Monate, besser erst zwölf Monate postoperativ.

Typische Risiken und deren Häufigkeit

• Die häufigste Komplikation ist, dass sich keine ausreichende Bildung von Knorpelersatzgewebe einstellt

• Knorpelhypertrophie, die ggf. eine Nachoperation mit Glättung erforderlich macht

• Verknöcherung des Gewebes, die ggf. eine Knorpel- oder Knochentransplantation oder eine Knorpelzelltransplantation/MACHT notwendig macht

• Knochenstoffwechselstörung mit Nekrosen und schmerzhaften Knochen-Ödemen

• Sehr selten kann es zu Infekten kommen

Generelle Prognose nach der Operation

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich bei korrekter Indikation ein ausreichendes Knorpel-Ersatzgewebe bildet. Dieses Ersatzgewebe ist zwar funktionell schlechter als der ursprüngliche Gelenkknorpel, ist aber für viele Jahre ausreichend, um den Belastungen des Alltags standzuhalten. Man kann davon ausgehen, dass stark kniebelastende Tätigkeiten (auch Leistungssport) die Abnutzung des Ersatzgewebes beschleunigen.

Wie gelingt die Rückkehr in den Alltag, das Berufsleben und den Sport?

Der Patient sollte für mindestens zwei Wochen krankgeschrieben werden. Danach hängt die Arbeitsfähigkeit von der jeweiligen Tätigkeit ab. Im Idealfall sollte sich der Patient jedoch mindestens sechs Wochen postoperativ um die Heilung seines Gelenks kümmern. Ab der siebten postoperativen Woche kann der Patient dann zunehmend in die volle Belastung übergehen. Rotationssport und Leistungssport sollten frühestens sechs Monate postoperativ erfolgen – besser sind sogar zwölf Monate. Fahrradfahren kann man ab der siebten Woche, eine körperliche Tätigkeit ist frühestens drei Monate postoperativ sinnvoll.