Meniskusresektion

Unter einer Meniskusresektion versteht man das teilweise oder in seltenen Fällen komplette Entfernen des Außen- und/oder Innenmeniskus am Knie. Grund für diesen Eingriff ist in der Regel ein Einriss im Meniskus. Vor der Operation ist ein ausführliches Aufklärungsgespräch obligatorisch, in dem der Patient über alle Einzelheiten des geplanten Eingriffs und über mögliche Risiken informiert wird.

Zudem sollte der Patient die Möglichkeit haben, selbst Fragen zu stellen. Der zumeist arthroskopisch durchgeführte Eingriff kann ambulant oder stationär erfolgen. Die Entscheidung hängt unter anderem davon ab, ob Begleiteingriffe geplant sind. Erfolgt eine reine Meniskusresektion, ist die Operationsdauer mit 20 bis 40 Minuten eher kurz.

 

Wie verläuft der Eingriff der Meniskusresektion?

Der Eingriff kann sowohl in Regionalanästhesie wie auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Nach dem sterilen Reinigen und Abdecken des zu operierenden Beins wird über einen ca. einen Zentimeter langen Hautschnitt (Arthroskopieportal) eine arthroskopische Kamera in das Kniegelenk eingebracht. Dann folgen:

 

• Auffüllen des Kniegelenks mit steriler Flüssigkeit (z. B. Kochsalzlösung)

• Begutachtung des gesamten Gelenkes

• Anlegen eines zweiten Zugangs in das Gelenk über einen ca. einen Zentimeter langen Hautschnitt (Instrumentenportal)

• Austasten des gesamten Meniskus und Beurteilung der Meniskusverletzung

• Entfernen von Meniskusgewebe mit verschiedenen Instrumenten (u. A. Stanze, Schere, oszillierender Scherkopf)

• Ausspülen des gesamten Gelenks

• ggf. Einlage einer Drainage in das Gelenk

• Hautnaht der Zugänge

• Steriler Verband

Nach der Operation

Eine spezifische Nachbehandlung ist nach einer reinen Meniskus(teil-)resektion in der Regel nicht erforderlich. Das Kniegelenk sollte ca. 14 Tage bis zur kompletten Wundheilung geschont werden. Ansonsten darf das operierte Bein schmerz- und befundabhängig belastet werden. Ist die Meniskusresektion mit einem weiteren Eingriff kombiniert worden, so muss die Nachbehandlung ggf. entsprechend angepasst werden.

Typische Risiken und deren Häufigkeit

Kurzfristige Risiken:

• Gelenkerguss/Schwellung

• Postoperative Schmerzen

 

Langfristige Risiken:

• Weiterhin bestehende Schmerzen trotz Operation

• Überbelastung des Gelenkknorpels nach Meniskusresektion

• Erhöhtes Arthrose-Risiko

 

Seltene Komplikationen:

• Blutung

• Nervenschädigung

• Schädigung von Kniebinnenstrukturen (u.a. Knorpel, Bandapparat)

 

Sehr seltene Komplikationen:

• Infektion

• Wundheilungsstörung

• Thrombose/Embolie

• Abbrechen von Instrumenten

Generelle Prognose nach der Operation

Generell ist die Prognose nach einer Meniskusresektion sehr gut. Schmerzen und/oder Gelenkblockaden im Kniegelenk können damit gut therapiert werden. Die langfristige Prognose hängt u. A. von der Größe und der Lokalisation des resezierten Anteils des Meniskus ab.

Wie gelingt die Rückkehr in den Alltag, das Berufsleben und den Sport?

Da bei einer reinen Meniskusresektion keine spezifische Nachbehandlung erfolgen muss, ist in der Regel eine relativ schnelle Rückkehr in den beruflichen und sportlichen Alltag möglich. Körperlich weniger anstrengende berufliche Tätigkeiten können bereits wieder nach wenigen Tagen wieder aufgenommen werden. Vor der Rückkehr in körperlich anstrengende berufliche Tätigkeiten sollte zunächst die komplette Wundheilung abgewartet werden. Eine Rückkehr in den Sport ist je nach Intensität der Sportart bereits nach ca. vier Wochen wieder möglich. Insgesamt richtet sich die individuelle Rehabilitation nach dem Lokalbefund am Kniegelenk und der Schmerzsymptomatik.

Literaturhinweise

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