Hüftarthroskopie bei femoroacetabulärem Impingement

Beim Hüftimpingement oder femoroacetabulären Impingement (FAI) ist das normale Bewegungsspiel der Hüfte gestört, wodurch der Oberschenkelhals (Femur) an den Rand der Hüftpfanne (Acetabulum) anstößt. Das Hüftgelenk ist blockiert. Beim sogenannten Cam-Impingement ist der Hüftkopf, beim sogenannten Pincer-Impingement die Gelenkpfanne deformiert. Die Folge sind Verletzungen an der Hüftgelenkslippe (Labrum) und am Gelenkknorpel sowie eine Arthrose des Hüftgelenks. Wenn eine konservative Therapie nicht möglich ist, wird das FAI arthroskopisch, also mit einer minimal-invasiven Operation in Schlüssellochtechnik, behandelt. 

 

Wie verläuft eine Hüftarthroskopie bei femoroacetabulärem Impingement?

Voraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff ist eine ausführliche Abklärung und Behandlungsplanung. Bei der Untersuchung des Hüftgelenks werden Gangbild, Bewegungsumfang und Schmerzlokalisation beurteilt. Standardisierte Röntgenaufnahmen und eine Magnetresonanztomografie, gelegentlich auch eine Computertomografie, gehören ebenfalls zum Untersuchungsprogramm. Fallweise werden Injektionen mit einem Lokalanästhetikum verabreicht, um die Schmerzursache noch exakter zu erkennen.

 

Im Aufklärungsgespräch bespricht der Arzt mit dem Patienten den Ablauf der Operation und Risiken des Eingriffs. Die Einverständniserklärung unterzeichnen sowohl der Patient als auch der Arzt. Der Zeitpunkt der stationären Aufnahme ist je nach Krankenhaus unterschiedlich und kann am Vortag oder am Tag der Operation erfolgen. Die Aufenthaltsdauer beträgt zwei bis vier Tage.

 

Der genaue Ablauf der Operation:

• Üblicherweise erfolgt der Eingriff in Allgemeinanästhesie

• Der Patient wird auf einem Extensionstisch, d. h. mit Zug am betroffenen Bein, in Rückenlage gelagert

• Die Operation erfolgt mit Hilfe eines Bildverstärkers (Röntgen)

• Die arthoskopische Kamera und die Instrumente werden über zwei bis vier kleine Hautschnitte in das Hüftgelenk eingebracht

• Je nach Impingement-Ursache werden Hüftkopf und Schenkelhals mit einer Fräse modelliert (Cam-Impingement) oder der Pfannenrand reduziert (Pincer-Impingement). Bei Schäden am Labrum wird die Gelenklippe entweder mit Ankern an den Knochen refixiert oder stark eingerissene Teile werden entfernt

• Sollten Knorpelschäden vorhanden sein, können diese ebenfalls behandelt werden

Nach der Operation

Das Gelenk sollte so bald wie möglich ohne Kraftaufwand durchbewegt werden, um Verklebungen und Vernarbungen zu vermeiden. Dazu eignet sich die Anwendung einer passiven motorisierten oder einer aktiven Bewegungsschiene. Danach kann auch das Üben auf einem Hometrainer ohne Widerstand sinnvoll sein. Routinemäßig wird eine begleitende Schmerztherapie mit Medikamenten eingesetzt, die abschwellend wirken und Verknöcherungen verhindern. Je nach Eingriff ist die Entlastung des Gelenks mit Unterarmgehstützen über zwei bis vier Wochen üblich. Bis zur Vollbelastung nimmt der Patient blutverdünnende Medikamente, um eine Thrombose zu verhindern. Ab der dritten Woche ist ein stufenweiser Muskelaufbau möglich. Ziel ist es, die volle Beweglichkeit und ein normales Gangbild bis zur sechsten postoperativen Woche zu erreichen.

Typische Risiken und deren Häufigkeit

• Lagerungsschäden: 0,6 Prozent

• Unbeabsichtigte Schäden an Knorpel und Labrum: 2–9 Prozent

• Nervenschädigungen: bis zu 4,5 Prozent

• Gefäßverletzungen: sehr selten

• Instrumentenbrüche: 0,7 Prozent

• Austritt von Flüssigkeit ins Abdomen: 0,02 Prozent

• Hämatome (Blutergüsse): 0,15 Prozent

• Thrombose: 0,04 Prozent

• Infektionen: 0,04 Prozent

• Hüftkopfnekrose: 0,05 Prozent

• Oberschenkelfrakturen: 0,1 Prozent

• Heterotope Ossifikationen (Verknöcherungen): 0,27–4,7 Prozent

• Hüftgelenkinstabilität: 0,2 Prozent

Generelle Prognose nach der Operation

Die Hüftarthroskopie ist ein sicheres Verfahren mit einem geringen Komplikationsrisiko. Die Ergebnisse sind mit offenen Operationen vergleichbar. Der Vorteil liegt im minimal-invasiven Eingriff und in kleineren Narben. Bei sehr ausgedehnten Befunden muss alternativ eine offene Operation in Betracht gezogen werden.

Wie gelingt die Rückkehr in den Alltag, das Berufsleben und den Sport?

Die Rehabilitationsphase wird stark durch individuelle Faktoren sowie Details des operativen Eingriffs bestimmt. Bei einer reinen Cam-Abtragung ist die Vollbelastung früher möglich als bei einer Pfannenrandtrimmung mit Labrumrefixation oder begleitenden Knorpeleingriffen, die bis zu sechs Wochen Teilentlastung benötigen. Die Rückkehr in den Arbeitsalltag ist auch vom Beruf abhängig. Eine sitzende Tätigkeit kann der Patient durchschnittlich nach zwei bis vier Wochen wieder aufnehmen. Mit einer körperlichen Tätigkeit sollte er erst nach Erreichen der vollen Beweglichkeit und musklären Stabilisierung beginnen (sechs bis acht Wochen postoperativ).

 

Sportartspezifisches Training ist sechs bis zehn Wochen nach der Operation möglich. Leistungssportler beginnen in der Regel ab der zweiten Woche mit Ergometer-Training, ab der vierten bis sechsten Woche mit Krafttraining. Ab der achten bis zwölften Woche nehmen sie das Lauftraining wieder auf, ab der 13. bis 16. Woche sportartspezifisches Training. Ab dem sechsten bis neunten Monat kehren sie zum Wettkampfsport zurück. Hier sind jedoch Funktionstests und eine Kraftanalyse der Hüft-Gegenseite erforderlich, um die Belastbarkeit zu beurteilen.

Literaturhinweise

• Möckel (2014), Larson (2013), Bedi (2012)